Wenn man mit anderen erstmal anfängt Sprüche und Situationen zu sammeln,
dann merkt man ganz schnell wie vielen rechten Äußerungen man im
ganz normalen Alltag begegnet. Und die Leute sind nicht direkt Nazis, die so
was sagen, sondern ganz normale Deutsche.
Man kann auch trainieren auf rechte Sprüche zu reagieren. Je besser vorbereitet
man sich fühlt, desto einfacher ist es in der Situation wirklich das zu
sagen, was man möchte.
Wichtig ist es mit Freundinnen und Freunden über solche Situationen zu
reden, meist fällt einem in der Gruppe mehr ein als alleine. Also ruhig
mal gemeinsam schlagfertige Argumente sammeln.
Wir haben ein paar Übungen ausprobiert und fanden diese ganz gut:
Die Links führen zu pdf Dateien, alle Übungen sind aus dem Baustein
für eine nicht rassistische Bildungsarbeit vom DGb Thüringen (http://baustein.dgb-bwt.de/).
Besonders gut fanden wir, dass man die Situation auch abwandeln kann und zum Beispiel Sachen, die man selber erlebt hat, ausprobieren kann.
Zum einen ist gut, dass alle spontan reagieren und man merkt, dass einem/ einer auch direkt was einfällt. Zum anderen gefällt uns, dass man Ideen bekommt und sich merkt, wie andere reagieren würden.
Hier fanden wir gut, dass eigene Erfahrungen als Grundlage genommen werden und außerdem, dass hier viele Möglichkeiten des Reagierens aufgezeigt werden. Gerade über diese Argumentationsstrategien haben wir ziemlich lange geredet.
Das Ideal zeichnen:
Das heißt, eine Lehre beim Wort nehmen, auf jedem Wort und jedem Satz,
herumreiten, Absurditäten oder Brutalitäten als grelle Licht zerren
und schonungslos die Konsequenzen aufzeigen.
Das Objekt austauschen:
Die Grauenhaftigkeit eine Äußerung wird gezeigt, indem eine andere
Personengruppe eingesetzt wird, die als Objekt von Hass und Aggression nicht
akzeptiert wird.
An den Nationalsozialismus erinnern:
Unmenschlichkeiten in der Geschichte in die Erinnerung rufen und ihren Zusammenhang
mit Ideologien deutlich machen.
Auslachen:
Wer über eine Sache lacht, hat keine Angst und keinen Respekt mehr vor
ihr.
Karikieren:
Die Karikatur zeichnet ein scharfes Bild, sie ist polemisch und rückt bestimmte
Aspekte ins Zentrum der Aufmerksamkeit, aber sie lügt nicht – und
daruf beruht ihre Wirksamkeit.
Verfremdung:
Die Ideologie wird von außen, mit den Augen eines Zuschauers, der nicht
in der Ideologie aufgewachsen ist, betrachtet.
Bagatellisierung:
Man bringt möglichst oft und deutlich zum Ausdruck, dass die Äußerung
uninteressant, nebensächlich oder lächerlich ist.
Etwas mit absichtlich schlechten Gründen verteidigen:
Einer Äußerung wird beigepflichtet– aber mit Gründen,
die als unzulässig oder ungehörig empfunden werden.
Wir haben das ergänzt um:
Ernst nehmen und hinterfragen
Obwohl etwas als Provokation gemeint war, wird es ernsthaft aufgenommen und
mit warum etc hinterfragt
"Opfergruppen" austauschen
Wenn jemand etwas über "die Türken" sagt, das vermeintliche
Argument aufnehmen und z.B. mit Deutschen oder Männern oder Frauen sagen.